Dienstag, 14. Juni 2011

Die durchschnittliche Welt der Amélie

Obligatorische Inhaltsangabe:
Amélie (Audrey Tatou) ist eine Träumerin, die in ihrer eigenen Welt lebt. Sie ist liebenswürdig, hilft gerne anderen Leuten und arbeitet als Kellnerin in einem Café in Montmartre. Dort ist immer was los, bis hin zu ziemlich schrägen Typen und einer hypochondrisch kranken Arbeitskollegin. Da hat man natürlich viel zu tun. Aber dann verliebt Amélie sich in den sanften Spinner Nino Quincampoix (Mathieu Kassovitz) und weiß nicht, wie sie sich ihm nähern soll.
Ja, hoch waren die Erwartungen nachdem ich selten bis nie irgendetwas schlechtes hierzu gelesen/gehört habe. Von "bezaubernd" bis "umwerfend" war alles dabei. Tja, umso größer dann der Reality Check.

Aber mal der Reihe nach. "Amélie" beginnt durchaus toll. Verspielt und mit viel Charme werden die Charaktere vorgestellt, genauso verspielt gestaltet sich auch die komplette Eröffnungssequenz die das Heranwachsen der jungen Amélie erzählt (sehr gut: Audrey Tautou). Locker, unterlegt mit einem tollen Soundtrack, teils recht schwarzer Humor, gespickt mit diesen kleinen Details von denen auch im Film die Rede ist. Wäre der Film in dieser Weise über die gesamte Laufzeit hinweg gäbe es eigentlich nichts zu bemängeln. Denkt man. Eine Sache zieht sich nämlich konsequent, fast penetrant durch die vollen 2 Stunden. Diese kleinen Details, dieses schrullige an jedem Charakter, das ist durchaus nett anzusehen. Zumindest ein bis zwei Mal. Hier wird man allerdings permanent mit eben jenen Kuriositäten bombardiert, bis diese unerträglich werden. Das soll nicht heißen dass diese kleinen Dinge zwingend schlecht sind, nein, einige davon sind durchaus so charmant wie der Beginn, aber zu viele Köche und so. Diesem Problem hätte man wohl einfach entgehen können indem man den Film um gute 30 bis 40 Minuten strafft. Vor allem der Mittelteil ist gespickt mit Längen, was mich schwer gewundert hat nach dem wie schon erwähnten tollen und kurzweiligen Beginn.

Fazit:
Großes Potential verschenkt. Hätte sehr gut werden können, verliert sich allerdings auf halber Strecke. Schade.

6/10

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